Zwischen Fußballplatz und Ratssaal: Alexander Stenkamp (21) bringt Tempo in die Kommunalpolitik. Er ist Dorstens jüngstes Ratsmitglied und überzeugt, dass Politik dort wirkt, wo sie den Alltag der Menschen berührt.
Es ist der Abend des 14. September 2025. Tag der Ratswahl. Alexander Stenkamp wartet im Cornelia-Funke-Baumhaus auf die Gäste der Wahlparty. Es ist früh, Ergebnisse gibt es noch keine. Nur beiläufig wirft er einen Blick auf seinen Laptop. Und dann ist es plötzlich da: das Ergebnis. Wahlkreis 12 ist der erste ausgezählte Wahlkreis des Abends. Und Alexander ist von jetzt auf gleich nicht nur gewählt, sondern auch das jüngste Ratsmitglied der Stadt Dorsten.
Früh interessiert, bewusst eingestiegen
Politik war bei Stenkamp kein familiäres Erbe. Seine Eltern waren politisch interessiert, aber nicht aktiv. Nachrichten, Zeitung und Diskussionen gehörten zum Alltag. „Ich fand es immer spannend, Dinge mitzugestalten“, sagt er. Zusammen mit einem Freund trat er 2018 in die Junge Union ein. Er blieb, weil die Werte passten. Und weil er merkte, dass Politik mehr ist als Parteiarbeit auf dem Papier. Früh übernahm er Verantwortung, wurde Vorsitzen der der Jungen Union Dorsten und sammelte als sachkundiger Bürger im Sportausschuss erste Erfahrungen. „Ratsluft schnuppern“, nennt er das.
Wahlkampf an der Haustür
Der Weg ins Ratsmandat führte über klassischen Haustürwahlkampf. Viele Termine, viele Gespräche. Stressig sei das gewesen, sagt Stenkamp, aber vor allem wertvoll. „Der persönliche Kontakt mit den Menschen ist das Wichtigste.“ Kritik habe es gegeben, verschlossene Türen auch – persönliche Angriffe jedoch nicht. Dass er so jung ist, habe ihm eher genutzt als geschadet. Viele Wählerinnen und Wähler hätten ihm gerade deshalb ihre Stimme gegeben: weil er näher dran sei an Schule, Ausbildung, Studium und aktuellen Lebensrealitäten junger Menschen.
Jung sein als Perspektive
Im Ratsalltag empfindet Stenkamp sein Alter nicht als Nachteil. Junge Menschen brächten andere Erfahrungen mit, ältere dafür einen geschärften Blick für gewachsene Strukturen. „Die Mischung macht’s“, sagt er. Politik funktioniere dann am besten, wenn Generationen miteinander arbeiten. Thematisch schlägt sein Herz besonders für nach haltige Stadtentwicklung – ökologisch, wirtschaftlich und sozial gedacht. Auch der Sport spielt für ihn eine wichtige Rolle. Als aktiver Fußballer weiß er um dessen verbindende Kraft. „Auf dem Platz ist egal, woher du kommst oder wie du aussiehst.“ Gerade deshalb sei Sport ein oft unterschätztes Instrument der Sozialarbeit.
Große Ambitionen Richtung Berlin oder Düsseldorf hat Stenkamp derzeit nicht. Sein Studium steht im Vordergrund. Die Kommunalpolitik hingegen will er nicht missen. „Hier kann man direkt etwas verändern“, sagt er. Entscheidungen zu Kitas, Schulen, Bauflächen oder Sportanlagen betreffen den Alltag der Menschen unmittelbar.
Für die Zukunft wünscht er sich, dass Dorsten weiter zusammenwächst: als Stadt mit starken Stadtteilen und einem gemeinsamen Gefühl von Zugehörigkeit. Und wenn er zurückblickt, soll am Ende eines bleiben: dass diese Zeit lehrreich war. Und dass er sagen kann: Ich würde es wieder machen.