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Unternehmer, Vater, Fahrlehrer
Tradition im Rücken, Zukunft im Blick: Dennis Haak vor seinem Fahrschulwagen in Dorsten, Foto: Marco Stepniak

Unternehmer, Vater, Fahrlehrer

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Die Fahrschule DriveAway in Dorsten ist so viel Familienbetrieb, wie überhaupt möglich. Während Dennis Haak (29) und seine Frau Fahrschüler betreuen, mischt seine Tochter den Laden auf.

Dennis Haak sitzt in der hellen Filiale seiner 2024 gegründeten Fahrschule „Driveaway“ in Dorsten. Große Fenster, klare Linien, Motorräder im Blickfeld. Nichts erinnert an das alte Klischee vom brummigen Fahrlehrer im verrauchten Büro. Während er über Verkehrssicherheit, Verantwortung und junges Unternehmertum spricht, läuft die heimliche Chefin – seine fast zwei Jahre alte Tochter – plappernd durch die Räume. Ein kurzer Zwischenruf, ein Lachen, dann geht es weiter um Prüfungen, Politik und Zukunftspläne.

Jung gründen, neu denken

Dennis ist noch keine 30, als er gemeinsam mit seiner Frau Annkatrin den Schritt in die Selbstständigkeit wagt. Beide kommen ursprünglich aus anderen Berufen. Seine Frau hat irgendwann genug vom Schreibtischjob. Er war Fachkraft für Lagerlogistik, disponierte Hochseecontainer im Duisburger Hafen. 2019 beginnen sie gemeinsam die Fahrlehrerausbildung, 2021 sind sie fertig. 2024 eröffnen sie mithilfe der Sparkasse Vest Recklinghausen ihren eigenen Standort in Dorsten, kurz darauf folgt Schermbeck. Mit Mitte zwanzig ein Unternehmen aufzubauen, bedeutet Risiko. Verantwortung für Mitarbeitende, für hunderte Fahrschüler, für wirtschaftliche Entscheidungen. Einen starren Fünf-Jahres-Plan gibt es nicht. „Driveaway“ wächst Schritt für Schritt – Qualität vor Tempo.

Mehr als nur Prüfung bestehen

Was Dennis wichtig ist? Ehrlichkeit, Transparenz und Respekt. Niemand soll demotiviert nach Hause gehen. Der Straßenverkehr ist dichter, aggressiver geworden. Fahrschüler erleben Ungeduld oder riskante Überholmanöver. Für Dennis zählt deshalb nicht nur die bestandene Prüfung, sondern Sicherheit auf Dauer. Sein liebster Moment? Wenn jemand plötzlich merkt: Ich kann das.

Zwischen Reformdebatte und Realität

Während innen über Ausbildung und Sicherheit gesprochen wird, läuft draußen eine politische Debatte. Führerscheine seien zu teuer geworden, Reformen sollen Kosten senken. Dennis sieht das differenziert. Ja, der Führerschein kostet heute mehr als früher. Mehr Verkehr, komplexere Prüfungen, höhere Anforderungen, all das hat seinen Preis. „Wenn ich meine Fahrschüler frage, sagen viele: teuer ja – aber nicht zu teuer“, erzählt er. Denn am Ende hängt viel vom eigenen Lernfortschritt ab. Wer sicher fahren will, braucht Übung. Und Zeit. Was ihm wichtiger ist als jede Reform: dass Qualität und Verkehrssicherheit nicht unter Sparzwängen leiden. Eine Fahrschule werde es immer geben, sagt er. Entscheidend sei nur, in welcher Form.

Und während draußen die Reformdebatten laufen, wächst hier Schritt für Schritt ein junges Unternehmen. Geführt mit Verantwortung und nur manchmal unterbrochen von einer Zweijährigen, die kurz klar macht, wer hier wirklich das Sagen hat.

Info
Fahrschule Drive Away

Halterner Straße 66
46284 Dorsten

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