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Zukunft in Kinderhänden
Foto: Marco Stepniak

Zukunft in Kinderhänden

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Laura Tirier

In der VHS Dorsten ist ein besonderes Filmprojekt entstanden: ein Musikvideo, bei dem Kinder zu echten Filmprofis wurden – und ganz nebenbei Nachhaltigkeit lebendig machten.

Was passiert, wenn Hollywood-Erfahrung, Dorstener Engagement und 30 hochmotivierte Kinder aufeinandertreffen? Ein Musikvideo, das nicht nur Spaß macht, sondern auch Nachhaltigkeit erlebbar werden lässt.

Initiiert wurde das Projekt von Babett Montemurri, freie Mitarbeiterin der Volkshochschule und tief verwurzelt in Dorsten. Sie holte die Filmprofis Wayne Graves und Cirsten Piduhn von Quest Media Entertainment ins Boot – eine private Vernetzung, die sich als Glücksfall erwies. Beide leben in Dorsten und drehten bereits internationale Produktionen.
„Musik verbindet, egal wie alt man ist“, sagt Montemurri. Und genau deshalb sollte das Video ein Türöffner sein, um Kindern und Jugendlichen die Nachhaltigkeitsziele der UN näherzubringen.

Tanz, Rap und jede Menge Action

Gedreht wurde mitten in Dorsten: auf dem VHS-Gelände, im Bürgerpark und bei den Dorstener Entsorgungsbetrieben. Unterstützt wurde das Team von der mobilen Jugendhilfe, die mit Spielen, Bastelaktionen und T-Shirt-Batiken beim Shoot dafür sorgte, dass keine Langeweile aufkam.
Die Kinder selbst prägten das Projekt entscheidend. „Viele Ideen kamen direkt von ihnen“, erzählt Filmemacherin Cirsten Piduhn. Ob beim Tanzen, bei Solo-Parts oder sogar beim Einsatz alter Autoreifen:
„Die haben gefragt: Können wir das benutzen? Und dann haben sie’s einfach gemacht.“

Nachhaltigkeit zum Anfassen

Besonders wichtig war der VHS, das abstrakte Thema erfahrbar zu machen. „Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele sind für Erwachsene oft schon schwer greifbar. Für Kinder erst recht“, sagt VHS-Leiter Carsten Feldhoff. Doch genau hier entfaltete das Projekt seine Wirkung.
Als die Kinder ihre T-Shirts mit den bunten Symbolen der Nachhaltigkeitsziele anzogen, ließen die Fragen nicht lange auf sich warten: „Was heißt das eigentlich alles?“ Spontan verwandelte sich der Drehbeginn in eine kleine Diskussionsrunde, in der das Team gemeinsam mit den Kindern Ziel für Ziel durchging. Und plötzlich redeten die Zehnjährigen wie selbstverständlich über Gesundheit, Ungleichheit oder Umweltschutz.
„Wir glauben immer, das sei zu komplex für Kinder – aber sie waren sofort drin im Thema“, erinnert sich Montemurri.

Ein Projekt, das bleibt

Das Video wurde auf dem neuen YouTube-Kanal der VHS veröffentlicht und an Dorstener Schulen verschickt. Und es soll weitergehen: Im kommenden April folgt bereits das nächste große Filmprojekt, diesmal zum Thema Mobbing. Wieder mit Quest Media Entertainment, wieder mit Kindern, wieder mit viel Herzblut.
„Man spürt einfach, wie viel Liebe da drinsteckt“, sagt Feldhoff. Und Piduhn ergänzt: „Diese Projekte geben den Kindern etwas fürs Leben mit. Das ist der Grund, warum wir das machen.“

Info
VHS Dorsten

Im Werth 6
46282 Dorsten

www.vhsundkultur-dorsten.de

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