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Wie Gemeinschaft klingen kann
Schöner die Stimmen nie klingen: Zoey und Berit vor der vor der imposanten Orgel der St. Agatha Kirche. Foto: André Chrost

Wie Gemeinschaft klingen kann

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Im Mädchenchor der St. Agatha Kirche geht es um mehr als schöne Stimmen. Zoey (18) und Berit (15) erzählen, warum der Chor für sie ein Ort der Freundschaft geworden ist.

Vor gut 15 Jahren ist aus dem gemischten Jugendchor eine reine Frauentruppe entstanden. Zoey ist seit knapp zehn Jahren dabei. Für sie zählt nicht nur das Singen, sondern auch die Gemeinschaft und die Freundschaften, die hier entstanden sind. „Man wächst einfach zusammen“, sagt sie. Der Chor zählt inzwischen 25 Mitglieder – zwischen zehn und 35 Jahren alt. Eine komplizierte Mischung, könnte man meinen. Chorleiter Hans-Jakob Gerlings widerspricht. „Die Gruppendynamik ist unglaublich positiv“, meint er. „Neue Mitglieder, egal wie alt, werden sofort auf genommen, die Älteren helfen den Jüngeren.“ Eine kleine Familie im großen Gefüge der Kirchengemeinde.

Diese Erfahrung hat auch Berit gemacht. Musik war schon immer ein fester Bestandteil in ihrem Leben. Bereits mit sechs Jahren nahm sie Gesangsunterricht, drei Jahre später stieß sie zum Mädchenchor dazu. „Ich war damals die einzige Neue, aber das war nie ein Problem“, erinnert sie sich. Schnell sei sie Teil der Gruppe geworden – auch, weil alle ein gemeinsames Ziel verbindet: die Freude an der Musik.

Klassik statt Charts

Musikalisch ist der Chor breit aufgestellt, von Barock über die Romantik bis hin zu zeitgenössischer Kirchenmusik. Ob das wirklich etwas sei für junge Frauen? Und ob! „Ich kann mit Popmusik eh nicht viel anfangen“, lacht Berit. Außerdem wirke die Musik ganz anders, wenn sie in der Kirche gesungen wird. „Das berührt einen häufig sehr“, ergänzt Zoey. Und für sie geht es musikalisch noch weiter. Jüngst hat sie sich für das NRW-Landesfinale von Jugend musiziert qualifiziert. Chorleiter Gerlings ist mächtig stolz auf seine Truppe. „Es ist so angenehm, dass sie nie ablehnend reagieren“, erzählt er. „Alles wird erstmal immer angenommen.“ Und Zoey hakt ein: „Aber das Tolle ist doch, dass du uns zuhörst, wenn wir wirklich mal etwas nicht mögen.“

Einmal die Woche probt der Chor zusammen. Viel wird ausprobiert, manchmal auch gelacht, wenn ein Einsatz nicht ganz sitzt. Besonders eindrucksvoll wird es bei den Auftritten. Dann füllen die Stimmen den großen Kirchenraum – bei Gottesdiensten, an hohen Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern oder bei besonderen Konzerten. Für Zoey und Berit ist das der Moment, in dem sich alles zusammenfügt: Musik, Raum und Gemeinschaft.

Info
St. Agatha Kirche

An der Vehme 3
46282 Dorsten

stagatha-dorsten@bistum-muenster.de
02362 120140

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